7.Station

#angst

Ein Durchgang, der bedrückt

Für den Chormeister. Nach der Weise Lotusblüten. Von David.
Rette mich, Gott, *
denn das Wasser geht mir bis an die Kehle!
Ich bin versunken im Schlamm des Abgrunds *
und habe keinen Halt mehr.
In Wassertiefen bin ich geraten, *
die Flut reißt mich fort.
Ich bin erschöpft von meinem Rufen, *
es brennt meine Kehle.
Mir versagen die Augen, *
während ich warte auf meinen Gott.
Zahlreicher als auf meinem Kopf die Haare *
sind die, die mich grundlos hassen.
Mächtig sind, die mich verderben, meine verlogenen Feinde. *
Was ich nicht geraubt, das soll ich erstatten.
Du, Gott, kennst meine Torheit, *
meine Verfehlungen sind dir nicht verborgen.
Nicht sollen zuschanden werden durch mich, *
die auf dich hoffen, Herr, GOTT der Heerscharen,
nicht sollen durch mich beschämt werden, *
die dich suchen, du Gott Israels.
Denn deinetwegen erleide ich Hohn *
und Schande bedeckt mein Angesicht.
Entfremdet bin ich meinen Brüdern, *
den Söhnen meiner Mutter wurde ich fremd.
Denn der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt, *
die Verhöhnungen derer, die dich verhöhnen, sind auf mich gefallen.

Psalm 69, 1-10 Hilferuf eines Leidenden und Armen

Der Weg nach Golgota scheint kein Ende zu nehmen. Viele Schaulustige beobachten Jesus, der jetzt so gar nicht mehr wie ein König aussieht, aber keiner hilft ihm. Das Kreuz ist einfach zu schwer und er stürzt zum zweiten Mal.

 

Zum Nachdenken

Jesus fällt erneut, keiner der Menschen am Wegesrand hilft ihm beim Aufstehen und beim Tragen des Kreuzes. Die Menschen, Schaulustige und Gaffer, spotten vielmehr über die Schwachheit des vermeintlichen „Sohn Gottes“. Jesus erfährt beim Gang nach Golgotha einen Spießrutenlauf.

In welchen Situationen ergötze ich mich am Leid anderer?

Warum zücken manche Menschen ihre Handys und machen Bilder oder

Videos von verletzten oder sterbenden Menschen, wenn sie mit

ihrem Auto an einer Unfallstelle vorbei fahren?

Wie fühle ich mich, wenn mich meine Menschen in einer für mich

unangenehmen Situation anstarren, miteinander tuscheln, mich auslachen?

Wann habe ich mich alleine gelassen gefühlt?

Gebet und Lied

Jesus, deine Kraefte schwinden, du stürzt zu Boden. Das Kreuz ist viel zu schwer für dich. Lass uns anderen helfen, wenn wir sehen, dass sie nicht mehr weiterkönnen. Schenk uns die Kraft, mutig gegen Unrecht und Gewalt, gegen Hunger und Armut in der Welt zu kämpfen.
Amen.

(Quelle: Gies, Wolfgang: „Großes Werkbuch Kreuzwegandachten. Gottesdienste, Ideen und Modelle“, 2014, Seite 53)

 

Lied: In aengsten die einen („God for you(th)“Nr. 37)