6.Station

#Helfen wo Hilfe benötigt wird

Eine Hand reicht ein Tuch

 

 

In der Menge der Zuschauer steht auch Veronika, eine junge Frau und Jüngerin Jesu. Sie sieht, wie sehr er leidet und überlegt, wie sie ihm helfen kann. Damit Jesus sich das Blut, den Schweiß und Dreck aus dem Gesicht wischen kann, reicht Veronika ihm ihr Tuch. Jesus nimmt es dankbar und drückt sein Gesicht in den Stoff. Einer Legende nach bleibt das Gesicht Jesu als Abdruck auf dem Tuch sichtbar.

Gott wird sichtbar, er hat ein Gesicht. Gott ist nicht nur eine philosophische Theorie, er hat sich in seinem Sohn Jesus den Menschen gezeigt. Er wird in dem Abdruck sichtbar und zwar in Blut und Schweiß, in Staub und Tränen. Ein Gesicht also, dem das Leid der Menschen nicht fremd ist.
Am 4. Februar feiert die Kirche den Gedenktag der Heiligen Veronika. Ihr Name hat seinen Ursprung im Lateinischen, er setzt sich aus den Wörtern „vera“ und „icon“ zusammen. Übersetzt heißt Veronika also „wahres Bild“ – wer so mutig wie Veronika handelt, dem zeigt Gott sein wahres Gesicht.

 

Zum Nachdenken

Veronika hat Mitleid mit Jesus und reicht ihm ein Tuch, damit er sich sein Gesicht säubern kann. Vielleicht hat sie Angst mit ihrem Verhalten die römischen Soldaten zu verärgern, vielleicht fürchtet sie sich vor Konsequenzen. Ihr Mut und ihre Liebe lassen aber ihre Ängste überwinden.
Das wahre Gesicht Jesu erkenne ich nicht in theoretischen Überlegungen, sondern in praktischer Hilfe. Wer anderen Mensch in Notsituationen hilft, lernt Gott neu kennen.

Welche Bilder von Jesus vermitteln mir die Evangelien?

Welche davon gefallen mir, welche eher nicht?

Wann wurde ich mal für ein mutiges Handeln belohnt?

In welcher Form wurde mir Gottes Gesicht zuteil?

Wo kann ich mit kleinen Dingen anderen helfen?

Gebet und Lied

Jesus, deine Mutter stand vom ersten Tag deines Lebens an deiner Seite. Sie hat alles gegeben, damit dein Leben gelingt und Früchte bringt. überall in der Welt kämpfen Mütter oft einen verzweifelten Kampf ums überleben ihrer Kinder. So steht die Begegnung mit deiner Mutter stellvertretend für alle von Sorgen für ihre Kinder geplagten Mütter und Väter. Lass sie nicht verzweifeln und Wege finden aus dem Leid. Amen.

(Quelle: Frey, Dominik: „Aus-Zeit II. Kurz-Impulse durch das Kirchenjahr“, 2012, S. 29)

 

Lied: ubi caritas („God for you(th)“Nr. 602)