4.Station

#Kraft durch Zuspruch

Maria legt Jesus die Hand auf

 

Bei dem Kreuz Jesu standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus die Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zur Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.

 Joh 19, 25-27

In der Menschenmenge, die am Weg steht und Jesus das Kreuz zur Hinrichtungsstätte tragen sieht, steht auch seine Mutter Maria. Die Nähe und Liebe seiner Mutter gibt Jesus die Kraft und den Mut, den schweren Weg weiterzugehen.

 

Blickwinkel einer Frau, die neben Maria steht

Was machte denn Maria hier? Will sie sich das tatsächlich antun? Sie wäre besser zu Hause geblieben. Ich könnte das nicht aushalten, wenn mein eigener Sohn zum Tode verurteilt wäre. Das sollte sie sich doch ersparen, nach allem, was passiert ist. Sie macht ihm den Weg doch nur noch schwerer. Sicher, sie hat immer von ihm geschwärmt und sich vorgestellt, ihr Kind sei der Sohn des Allerhöchsten. Ein schöner Traum, der jetzt zum Alptraum geworden ist, ja ihn das Leben kostet. Das haben schon ganz andere versucht, sich als Messias auszugeben, um berühmt zu werden. Ihnen allen ist es ähnlich ergangen. Die Großen dieser Welt können keine Propheten ertragen, die Liebe und Barmherzigkeit predigen!

Jesus bricht ja fast zusammen! Arme, arme Maria! Wie willst du ihn jetzt noch mit Worten trösten, wo er deine trostlosen Augen sieht? Ich kann das nicht mit ansehen. Was für ein grausiger Abschied.

(Quelle: Gies, Wolfgang: „Großes Werkbuch Kreuzwegandachten. Gottesdienste, Ideen und Modelle“, 2014, Seite 206)

Zum Nachdenken

Maria ist traurig über das Todesurteil. Sie begreift welchen Weg Jesus gehen muss. Maria begreift bzw bekommt eine Ahnung davon, welchen Weg Jesus gehen muss: „Wo das Begreifen endet, kann man sich nur noch vom Wort Gottes ergreifen lassen – im Vertrauen, das Gott sich beim Wort nehmen lässt.“In welcher Situationen meines Lebens übernehme ich keine

In welchen Situationen haben wir die Zusprache von Liebe, Kraft und Mut

unserer eigenen Mutter gespürt? In welchen Situationen haben wir die Anwesenheit

unserer Mutter vermisst?

In welchen scheinbar ausweglosen Situationen habe

ich das Vertrauen das trotzdem alles gut wird?

In welchen Situationen gebe ich anderen Kraft und stehe ihnen helfend zur Seite?

In welchen Situationen bin ich froh über Wegbegleiter die mir

in schwierigen Momenten Kraft geben und Mut zusprechen?

Gebet und Lied

Jesus, deine Mutter stand vom ersten Tag deines Lebens an deiner Seite. Sie hat alles gegeben, damit dein Leben gelingt und Früchte bringt. überall in der Welt kämpfen Mütter oft einen verzweifelten Kampf ums überleben ihrer Kinder. So steht die Begegnung mit deiner Mutter stellvertretend für alle von Sorgen für ihre Kinder geplagten Mütter und Väter. Lass sie nicht verzweifeln und Wege finden aus dem Leid. Amen.

(Quelle: Gies, Wolfgang: „Großes Werkbuch Kreuzwegandachten. Gottesdienste, Ideen und Modelle“, 2014, Seite 47)

 

Lied: ubi caritas („God for you(th)“Nr. 602)