10.Station

#kleider machen leute

ein altkleidercontainer und eine "give-box"

 

Nachdem die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen Teil, und dazu das Untergewand. Das Untergewand war aber ohne Naht von oben ganz durchgewoben. Da sagten sie zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte sich das Schriftwort erfüllen: Sie verteilten meine Kleider unter sich und warfen das Los um mein Gewand. Dies taten die Soldaten.

Joh 19, 23-24

Zum Nachdenken

Am Berg Golgotha angekommen, wird Jesus seiner Kleider beraubt. Die Soldaten würfeln darum wer seine Kleider erhält. Jesus wird bloßgestellt, ihm wird seine letzte Würde genommen.
Immer wieder werden Menschen bloßgestellt und all ihrer Rechte beraubt. Auch Kinder sind vor solchen Übergriffen nicht geschützt. Wir machen uns oft durch unser Konsumverhalten direkt oder auch indirekt an solchen Übergriffen verantwortlich. Wir suchen beispielsweise nach günstiger Kleidung und vergessen dabei, dass andere Menschen, oft auch Kinder, in anderen Teilen dieser Erde für diesen günstigen Verkaufspreis unter schweren und unzumutbaren Bedingungen arbeiten müssen und das T-Shirt oder die Jeans nähen.

Wo nehme ich durch mein (Konsum-) Verhalten anderen Mitmenschen ihre Würde?

Wo beute ich andere Menschen aufgrund meines Lebensstils aus?

Was bedeutet für mich „die Würde des Menschen“?

In welchen Situationen habe ich andere bloßgestellt?

aktion

Wir stehen hier vor der „Give-Box“ und einem Altkleider-container. Mit diesen beiden einrichtungen bietet das Jugendhaus St. Kilian zwei Optionen an, Dinge die man selber nicht mehr braucht, die aber zum wegwerfen zu schade sind, anderen Menschen kostenlos zur Verfügung zu stellen – ganz nach dem Motto „Tauschen statt kaufen“. Wir leben in einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft. Wenn man sich von persönlichen Dingen wie Kleidung, Bücher, Geschirr, Spielen, CDs, Dekoartikel usw. trennt, dann verlieren diese Dinge nicht ihren Nutzen. Wenn ich diese Dinge nicht wegwerfe, sondern sie in die „Give-Box“ stelle oder die Kleidung in den Container werfe, dann mache ich damit vielleicht nicht nur andere Menschen glücklich, sondern verleihe den Dingen damit ein „zweites Leben“. Ich mache mit diesem Verhalten auch der Uwelt ein Gefallen, da die Dinge langlebiger und nachhaltiger genutzt werden, das Konsumbeduerfnis anderer Menschen befriedigt wird und somit vielleicht weniger produziert werden muss.
Wer mag kann einen Blick in die „Give-Box“ werfen und sich etwas daraus fuer den eigenen Gebrauch mitnehmen. Gerne darf man auch mal wieder vorbei kommen und etwas von daheim mitbringen, um es anderen Menschen zu schenken.

Lied

Lied: Selig seid ihr, wenn ihr einfach lebt („God for you(th)“Nr. 595)